Die Seele
Die Seele ist ein nicht organischer, in der religiösen Vorstellung und der substantiellen Wirklichkeit existierender Teil des Menschen, der als unsterblich betrachtet wird. Sie bildet das Wesen eines Menschen, das Innenleben mit dem gesamten Bereich der Empfindungen und des Denkens. Die Seelenkunde, die neudeutsch Psychologie heisst, ist die Wissenschaft von den Erscheinungen und Zuständen des menschlichen Innenlenlebens des Homo Sapiens.
Die Gegenwärtige Psychologie hat jedoch ein Grundproblem: Das Mittelalter, die Antike, ja sogar die ganze Menschheit seit ihren ersten Anfängen war von der Existenz einer substantiellen Seele überzeugt. Dann aber entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Psychologie ohne Seele. Unter dem Einfluss der Aufklärung und des wissenschaftlichen Materialismus wurde alles, was nicht mit den Augen gesehen und mit Händen getastet werden konnte, zweifelhaft, ja noch mehr, anrüchig und einfach unbrauchbar! Als Wissenschaftlich und damit als überhaupt zulässig galt nur das, was entweder als materiell anerkannt oder aus sinnlich wahrnehmbaren Ursachen abgeleitet werden konnte. Es gab - und gibt - mehr als genügend Leute, welche die irrationale Umkehr des Denkens aus höherer Einsicht und tieferem Denken damals, wie auch heute, nicht mitgemacht haben. Neuerdings baut sogar angeblich nicht die Seelenkraft einen Körper auf, sondern umgekehrt, der Stoff erzeugt aus seinem Chemismus eine Seele.
Es ist intellektuell eine reine Gaukelei, und die Umkehrung wäre zum Lachen, wenn sie nicht eine der grossen Wahrheiten des Zeitgeistes geworden wäre. Karl Marx hat vor ca. 100 Jahren so einiges dazu geschrieben:
"Alleine die Materie bringt's, und Gott existiert nicht!"
Heute, nach dem allerblutigsten Jahrhundert der Menschheitsgeschichte in Europa und den ärmlichen Trümmern der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR), spricht keiner mehr von der Züchtung eines neuen, sozialistischen Menschentyps, der die Weltherrschaft erringen wollte.
Das 20. Jahrhundert hat seelisch völlig abgewirtschaftet!
Wir sitzen auch heute weiter auf den modernen Psychologien ohne Seele, reinen Kopfbewusstseins-Psychologien, in denen es ein Unterbewusstsein und Überbewusstsein nicht gibt. Man hantiert mit der rein materialistischen Verhaltenstherapie.
Die sprachliche Herkunft des Wortes Seele liegt weit zurück. Der Duden Nr. 7, das Herkunftswörterbuch der Deutschen Sprache, gibt Auskunft. Im Altgermanischen und im Mittelhochdeutschen hiess Seele sèle, im Althochdeutschen sèla oder sèula, im Gotischen saiwala, im Urgermanischen saiwalô, welches mit dem griechischen aiolos=beweglich, bunt, schillernd zusammengestellt ist. Das griechische Wort psyche heisst bekanntlich auch Schmetterling. Saiwalô wird auch mit dem altslawischen sila=Kraft in Verbindung gebracht.
Aus diesen Wortbezeichnungen fällt ein erklärendes Licht auf die Urbedeutung des Wortes Seele. Sie ist bewegende Kraft wohl auch Lebenskraft oder Seelenkraft die nach primitiver Anschauung einen unsichtbaren Hauchkörper hat.
Saiwalô ist wahrscheinlich eine Ableitung von dem Wort See, mit der Grundbedeutung "die zum See gehörende". Nach alter germanischer Vorstellung wohnten die Seelen der ungeborenen und der Toten im Wasser eines Sees. Aus diesem mit Seerosen bedeckten See, auf dessen Seerosenblättern Babys auf Abruf warteten, brachte dann ein Storch per Flugreise ein Baby, das an seinem Schnabel hing, zu den Eltern in das Schlafzimmer, auf dessen Fensterbrett vorsorglich Zucker gestreut worden war. Soweit die germanische Mythologie zum Thema Kinderkriegen. Ergänzend dazu kehrte später am Ende des Lebens das, was neben der Leiche eines rechtschaffenen Germanen übrig blieb, wieder in das Wasser zurück.
Wenn man den Vorgang nüchtern analysiert, dann haben die Eltern ihr Kind natürlicherweise im Bett gezeugt. Also kann der Storch höchstens das PNEUMA (nach Paulus), das NIEDERE SELBST (nach Plog), das UNBEWUSSTE (nach Jung) oder das UNTERBEWUSSTSEIN (nach Freund) bringen.
Im Grunde genommen hat der germanische Mythos genau den gleichen Inhalt wie die "Beseelungslehre" der Ärzteschule des Hypokrates, des Aristoteles und des älteren Lehramtes der katholischen Kirche. Auffallend ist in diesem Zusammenhang auch, dass in den ägyptischen Hieroglyphenschrift drei ineinander geschobene Störche die Gesamtheit der Seele, also das NIEDERE, MITTLERE UND HOHE SELBST darstellen.
Als Luther um 1520 auf der Wartburg, als Junker Jörg verkleidet, mit seinem gelehrten Freund Melanchton, dem Professor für Hebräisch, Griechisch, und Latein, die Bibel aus dem Urtexten neu übersetzen wollte, gab es noch keine Wörterbücher (Langenscheidt, Duden). Insofern war die Übersetzung der beiden Spezialisten eine Riesenleistung mit sprachschöpferischen Grosstaten, d.h. mit der Schaffung ganz neuer deutscher Worte, die es vorher nicht gegeben hatte. Luther war nicht der Erfinder des Wortes Seele, aber möglicherweise der erste, der das heidnische Wort Seele für das christliche Verständnis umgeprägt hat.
Im übertragenen Sinn steht Seele für das Innere eines Dings, für Beseelen mit deiner Seele, mit Eigenleben erfüllen, innerlich ausfüllen. Demzufolge ist ENTSEELT gleichzusetzen mit tot. Als die beiden übersetzeran den 23. Psalm, gerieten , stiessen sie im 3. Vers auf das hebräische Wort "Nafschi" (Nafshi). Die Wortbedeutung war beiden unbekannt. Es musste sich allerdings um etwas handeln, das den Menschen nährt. Man konnte nach dem Text der ersten Verse, wo es um grüne Auen und frische Wasser ging, vermuten, dass es sich um ein Tier, eventuell um ein Rehböckchen oder eine Forelle handeln könnte. Allerdings tauchte das Wort Nafschi/ Näfäsch 103 mal im Alten Testament auf, aber niemals mehr in einem Zusammenhang, der auf ein Tier hätte schliessen lassen. Vielmehr blieb nur der Schluss übrig, dass es sich um einen teil des Menschen selbst handeln musste, und zwar um den Teil, den man nicht sehen kann. So nahmen die beiden Übersetzer Zugriff auf den altgermanischen Mythos und übersetzten Nafschi / Näfäsch mit dem germanischen Wort Seele.
Auch die Wörter Hirte und erquicken sind eine Lutherische Erfindung und der Vers wurde übersetzt, wie er auch heute noch gelesen werden kann:"Er erquickte meine Seele!"
Unsere Seele, unser Pneuma stammt von Gott und ist sein ursprüngliches Eigentum. Bei der Beseelung des Embryos wird uns das Pneuma verliehen, um nach der Geburt über die Körpergrenzen hinaus auszustrahlen. Dieser räumliche Ausstrahlungskordon, wird verschieden benannt. Aura ist wohl der gebräuchlichste Ausdruck, daneben auch Astralleib, Corps Psychique, Od und Helioda.
Manche Maler haben das als Heiligenschein um die Kopfdarstellung gemalt. Dazu ein Zitat von Mohlberg aus seinem Candi-Buch: "Sehr sensible Menschen können die Aura schimmern sehen, viele fühlen sie und die Radiästheten messen sie". Sie wandert als geheimnisvoller Begleiter, wie ein Engel, der uns umgibt und durchwaltet, mit uns herum und verlässt uns erst langsam im sterben.
Alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und Menschen haben diese Lebensseele, die alle Funktionen, durch die das Leben erhalten oder gestärkt wird, unterhält.
Aufregenderweise findet man im Sohar einem heiligen Buch der Juden, auf Seite 130 eine Passage über die Seele während des Schlafens:
" Die Seele des Menschen verlässt ihn, wenn er sein Lager bezieht, und steigt nach aufwärts. Du magst sagen, dass alle Seelen wohl aufsteigen, nicht jede aber erblickt dann das Antlitz des Königs. Es verhält sich hiermit also: Die Trieb-Seele (Näfäsch) steigt auf, und von ihr bleibt im Körper nur die geringe Spur zur Belebung des Herzens, Die Seele hingegen wandert und strebt zur Höhe.

Dort verkündet man ihr Dinge der nächsten Zukunft, die sie nicht weiter aufsteigen lassen, manchmal auch treiben sie mit ihr Spott und verkünden ihre Täuschungen. So wandert die Seele die ganze Nacht, bis der Mensch erwachend an seinen Ort zurückkehrt.

Zahllose Stufen durchwandert sie und begegnet auch den Hüllensphären der Verunreinigung. Ist die Seele lauterer Art, dass sie bei Tag sich nicht beschmutt hat, dann kann sie aufwärts steigen, wenn aber nicht, dann wird sie zwischen jenen Sphären verungeinigt und kann, weil sie an ihnen haften bleibt, nicht weiter steigen.

Heil jenen Formen , denen der Allheilige im Traume Geheimnisse enthüllte, damit sie vor der Macht der richtenden Strenge sich hüten! Wehe den Sündern, die sich an Körper und Seele beschmutzen! Die Reinen aber wandern zwischen all den Stufen hindurch, ohne an ihnen haften zu bleiben, und dann steigen sie und schweben auf jenem Wege. Und die Seele, die des Aufstiegs würdig war, kann vor dem Angesichte des Alten der Tage erscheinen, und zufolge ihres Verlangens vermag sie in himmlischer Wonne die Huld des Königs zu schauen und sein Zelt zu betreten. So ist es mit einem Menschen, der an der zukünftigen Welt ständig Anteil hat."

Mag sich jeder , der diesen Text gelesen hat, denken was er will. Der Text ist aus der Sohar ins Deutsche übertragen worden. Die Sohar gehört zu den heiligen Büchern Israels, und "davon beisst die Maus keinen Faden ab". Man kann den Text verwerfen, hat aber denn noch eine wichtige Bedeutung.

Jede Nacht geht unsere Seele, nachdem wir eingeschlafen sind, auf Wanderschaft. Nur ein kleiner Teil bleibt in uns, um den Erhaltungsherzschlag zu gewährleisten. Die Seele aber steigt aufwärts und bleibt dem Körper durch eine "silberne Schnur" verbunden. Die Seele strebt zur Höhe und damit letztlich zur Prüfung durch den Höchsten. Entsprechend der Passung in das göttliche Naturgesetz wird nun die Seele vergrössert und gestärkt, bleibt konstant oder wird verkleinert und geschwächt. Nach einer positiven Würdigung erfolgt eine Seelenstärkung. sie bringt Gesundheit , Wärme, Trost, und Erfolg im Leben. Kommt es zu einer negativen Würdigung, , erfolgt eine Seelenschwächung, wodurch Kälte, Härte, Krankheit und Misserfolg angelegt werden. Die Seelenstärkung und die Seelenschwächung ist die jeweilige Rechnung für unser tägliches Denken und Handeln. Die Entscheidung über eine Stärkung oder Schwächung unserer Sellen liegt alleine in Gottes Hand und findet ohne menschliche Mitbestimmung statt.
Im Moment des Aufwachens kehrt die Seele , der Schmetterling, an der silbernen Schnur, innerhalb einer 100stel Sekunde von ihrem Nachtflugblitzartig an ihren Ort im Körper, der Goldenen Schale, zurück.
Denn der Mensch geht hin zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen umher auf der Strasse - bevor die silberne Schur zerreisst und die goldene Schale zerspringt und der Krug am Quell zerbricht und das Schöpfrad zersprungen in den Brunnen fällt. Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat.
Prediger 12.6
Grundsätzlich versuche ich Religionsunabhängige Informationen zu vermitteln. Aber dieser Link passt sehr gut zum Thema.
Geheimnis Sterben - die Seele- Was eir heute über den Sterbeprozess wissen
Das Sterben beginnt schon alter unabhängig mit den täglichen Zellbestandsverlusten des Körpers. Der Tod tritt jedoch erst dann ein, wenn die silberne Schnur zerrissen und die goldene Schale zersprengt wird.
Carl Gustav Jung, der in seinem Wappen einen Schmetterling , der aus einer Puppe kriecht, führte, schrieb dazu folgendes:
"Wenn die Psyche eines Menschen etwas ist, so ist sie unabsehbar kompliziert und von einer unbeschränkten Mannigfaltigkeit, der mit einer Oberflächenpsychologie unmöglich beizukommen ist. Ich kann nur in tiefster Bewunderung und Ehrfurcht anschauend stille stehn vor den Abgründen und Höhen seelischer Natur, deren unräumliche Welt eine unermessliche Fülle von Bildern birgt, welche Jahrmillionen lebendiger Entwicklung aufgehäuft und organisch verdichtet hat. Diese Bilder sind nicht blasse Schatten, sondern mächtig wirkende seelische Bedingungen, die wir nur missverstehen, aber niemals durch Leugnung ihrer Macht berauben könnten. Es wäre eine Blasphemie zu behaupten, dass Gott sich überall offenbaren könne, nur gerade nicht in der menschlichen Seele. Ja die Innigkeit der Beziehung zwischen Gott und Seele schliesst jede Minderbewertung der Seele von vornherein aus. Es ist vielleicht nicht zu weit gegangen, von einem Verwandstschaftsverhältnis zu sprechen. Zu erkennen, in welch unerhörtem Masse menschliche Seelen voneinander verschieden sind, war mir eines der grössten Erlebnisse meines Lebens"